Storch HeinarStorch Heinar
Aktive Erwerbslose in Deutschland (AEiD)

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Übersicht Aktuelles Hartz IV Infobank Daily News Impressum Mitglieder Registrieren
News:


Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Tafeln nur "Ort der Abspeisung"  (Gelesen 1340 mal)
Rudi Wühlmaus
Maschinist
***
Offline Offline

Beiträge: 5.431


Wissen ist Macht


WWW
« am: Juni 19, 2010, 16:10:28 »

Streit der Woche
Tafeln nur "Ort der Abspeisung"

Die Tafeln nutzen vor allem Politikern und schaden Bedürftigen, sagt Politik-Professor Peter Grottian. Der Mitbegründerin der Tafelbewegung Sabine Werth hängen diese Argumente zum Hals heraus. VON Manuela Heim

Politikwissenschaftler Peter Grottian fordert die Schließung der Lebensmittel-Tafeln. Das sagte er der sonntaz im Streit der Woche. Die Tafeln sollten sich nicht mehr als „sozialpolitische Instrumente, (die) den verfallenden Sozialstaat beblümen“ missbrauchen lassen. Denn sie nützten vor allem den PolitikerInnen, die „mit der einen Hand Sanktionen gegen Hartz-IV-EpfängerInnen verhängen und gleichzeitig die Arbeit der Tafeln bejubeln“. Auf diese Weise würden die Tafeln den Armen schaden und das Recht des Einzelnen auf eine menschenwürdige Grundsicherung untergraben.

Nach US-amerikanischen Vorbild haben Ehrenamtliche 1993 die erste deutsche Tafel gegründet. Und wie in den USA wurde daraus binnen weniger Jahre ein flächendeckendes System der Hilfe für Bedürftige. Inzwischen versorgen fast 900 Tafeln bundesweit rund eine Million „Gäste“. Die verteilten Lebensmittel können in der Regel nicht mehr im Laden verkauft werden und werden deshalb von Supermärkten, Discountern und Bäckereien in großen Mengen gespendet. Zahlreiche PolitikerInnen engagieren sich für die Tafeln, die Schirmherrschaft hat Familienministerin Kristina Schröder und vor ihr Ursula von der Leyen übernommen.
Anzeige

Die Sozialpädagogin Sabine Werth hat vor siebzehn Jahren die erste deutsche Tafel in Berlin mitbegründet. In der sonntaz wehrt sie sich gegen die Vorwürfe, die Tafeln ließen sich instrumentalisieren und würden Armut befördern. Sie erinnert daran, „dass es zuerst um den Einsatz gegen die Verschwendung von Lebensmitteln ging“. Am Anfang hätten die Tafeln vor allem Obdachlose versorgt, erst später seien "die Armen" dazugekommen. Gerd Häuser, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel e. V. betont, dass die Aktiven der Tafeln immer wieder auch die Politik an ihre Verantwortlichkeit erinnern würden. Sie seien keine „willfährigen Helfer des Sozialabbaus, sondern das schlechte Gewissen der Gesellschaft“.

Der Soziologie-Professor und Buchautor Stefan Selke begleitet die Tafelbewegung seit mehreren Jahren kritisch. In der sonntaz beschreibt er die ambivalente Wirkung der Tafeln. Sie würden zwar Armut sichtbar machen, aber gleichzeitig eine Parallelwelt schaffen. Es könne sich "am Ort der Abspeisung niemand mehr als gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft fühlen“. Die Tafeln seien nicht mehr als ein Pannendienst, ihre Hilfe nicht nachhaltig.

Im Streit der Woche äußern sich außerdem taz.de-Leser Michael Dietz und Martin Brüning, Leiter der Unternehmenskommunikation beim größten Lebensmittelspender der Tafeln, der Rewe-Group.


Quelle

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
lieselotte
Gast
« Antworten #1 am: Juni 19, 2010, 18:09:18 »

Peter Grottian fordert Schliessung der Tafeln
Die Arbeitslosigkeit und die Tafeln gleichzeitig abschaffen! – eine realistisch-unrealistische Utopie


Quelle
hergau
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 485


27.09.1996-04.02.2010


« Antworten #2 am: Juni 19, 2010, 18:16:43 »

Die Familienministerin hat also die Schirmherrschaft über die Tafeln übernommen. Sehr schön, Frau Ministerin. Und so sozial. Dort werden ja auch EinEurojobber eingesetzt. Prima, dann sind die gleich aufgeräumt.
Doch wie wäre es mit einer anständigen Politik ?  Dann bräuchten wir auch keine Tafeln mehr!

Und die Supermärkte sparen sich durch die Tafeln die Entsorgungskosten. Das Zeug ist ja nicht mehr für den Verkauf geeignet. Und zusätzlich werden diese Spenden bei der Steuer geltend gemacht.
Was sind wir doch für ein soziales Land.

Ich würde gerne mal das Gesundheitsamt oder einen Lebensmittelchemiker zu einer Tafel schicken.



Leben und leben lassen
rintho
Gast
« Antworten #3 am: Juni 19, 2010, 18:51:34 »

Puh - das ist ein schwieriges Thema!!

Ganz ohne Frage ist es ein Armutszeugnis, dass es in einem reichen LAnd wie Deutschland überhaupt größere Bevölkerungsschichten gibt, die auf sowas wie die Tafeln angewiesen sind! Auch das es Privat-Initiative braucht, um diese Menschen zu versorgen, ist ein Hammer!

Andererseits finde ich es gut, dass diese großen Mengen an Lebensmittel eben nicht entsorgt werden! Überfluss-Gesellschaft hin oder her: das Vernichten von Lebensmitteln ist nun auch nicht in Ordnung!
HartzV
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 469


Aus dem Rahmen gefallen....


« Antworten #4 am: Juni 19, 2010, 18:55:42 »

Eigentlich bin ich ja erstaunt, dass man den jenigen, die eine Berechtigung für die Tafeln haben, noch nicht den RS gekürzt hat.....

Kommt aber sicher noch  wütend

Das "V" steht für Vrau :-)

Ich lande lieber ab und an in einer Sackgasse, als mein Leben in einer Einbahnstrasse zu verbringen !


Wer eine andere Meinung hat als ich ist nicht automatisch dumm, nicht hinterfragend, steinzeitlich, krank und nicht zur Verleumdung freigegeben
Hotta Lunta
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 135



« Antworten #5 am: Juni 19, 2010, 19:07:43 »

Ganz ohne Frage ist es ein Armutszeugnis, dass es in einem reichen LAnd wie Deutschland überhaupt größere Bevölkerungsschichten gibt, die auf sowas wie die Tafeln angewiesen sind! Auch das es Privat-Initiative braucht, um diese Menschen zu versorgen, ist ein Hammer!

Die Frage ist ja, ob die Tafeln notwendig sind, weil alle dort hingehenden Leute sonst Hunger leiden würden oder ob das Geld für's Essen an sich da wäre, aber lieber für anderes ausgegeben wird. Ich kenne eine Familie, die gibt ehrlich zu, dass sie das Geld, was sie durch die Tafel spart, für Kippen ausgibt. Und das kann nicht der Sinn des ganzen sein.

Suppenküchen für Obdachlose, Schulspeisungen etc. - also eher gezielte Hilfen kombiniert mit Gesprächs-/Hilfsangeboten finde ich persönlich in vielen Fällen sinnvoller.

Andererseits finde ich es gut, dass diese großen Mengen an Lebensmittel eben nicht entsorgt werden! Überfluss-Gesellschaft hin oder her: das Vernichten von Lebensmitteln ist nun auch nicht in Ordnung!

Da stimm ich dir zu!



Verallgemeinerung ist die Philosophie der Primitiven.
(Mose Ya'aqob Ben-Gavriêl)

Benutzerbild von www_katzundgoldt_de
rintho
Gast
« Antworten #6 am: Juni 19, 2010, 19:27:03 »

Die Frage ist ja, ob die Tafeln notwendig sind, weil alle dort hingehenden Leute sonst Hunger leiden würden oder ob das Geld für's Essen an sich da wäre, aber lieber für anderes ausgegeben wird. Ich kenne eine Familie, die gibt ehrlich zu, dass sie das Geld, was sie durch die Tafel spart, für Kippen ausgibt. Und das kann nicht der Sinn des ganzen sein.

Suppenküchen für Obdachlose, Schulspeisungen etc. - also eher gezielte Hilfen kombiniert mit Gesprächs-/Hilfsangeboten finde ich persönlich in vielen Fällen sinnvoller.



Naja, wenn du es ganz eng siehst - dann bräuchte kein Hartz4er die Tafel - überleben kannst du. Ich finde es aber legitim, sich so Geld für andere Dinge zu sparen, wenn man mag. Ob das  nun Kippen sein müsse oder etwas Teilhabe am kulturellen Leben, öfter mal ein Buch kaufen oder mal nen Ausflug mit Kindenr machen - das sind dann persönliche Vorlieben und Schwerpunkte.
lieselotte
Gast
« Antworten #7 am: Juni 20, 2010, 14:34:44 »

Was ich ganz besonders schlimm finde, obwohl schlimmer gehts nimmer, die Tafeln sind auch ein Ort der Erziehung.

Da lernt Mensch mangels Nahrung, dankbar für die letzten Brocken zu sein. In Demut und Bescheidenheit, immer ordentlich in Reih und Glied stramm zu stehen, den Bückling voraus, die gütigen Gaben in Dankbarkeit entgegen zu nehmen.

So soll es wohl sein, bescheiden, sittsam und rein wie das Veilchen im Moose ... Blabla



Was wollen wir mehr, oder was?  Mensch Leute, wenn ihr unbedingt zur Tafel müsst, nehmt nur nicht eure Kinder mit. Wenn wir uns schon unseren Hintern zum reintreten hinhalten, zeigt es nicht eurem Nachwuchs. Wie es geht, aus einem Menschen einen Knecht zu machen.
HartzV
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 469


Aus dem Rahmen gefallen....


« Antworten #8 am: Juni 20, 2010, 14:38:03 »

Was ich ganz besonders schlimm finde, obwohl schlimmer gehts nimmer, die Tafeln sind auch ein Ort der Erziehung.

Da lernt Mensch mangels Nahrung, dankbar für die letzten Brocken zu sein. In Demut und Bescheidenheit, immer ordentlich in Reih und Glied stramm zu stehen, den Bückling voraus, die gütigen Gaben in Dankbarkeit entgegen zu nehmen.

So soll es wohl sein, bescheiden, sittsam und rein wie das Veilchen im Moose ... Blabla



Was wollen wir mehr, oder was?  Mensch Leute, wenn ihr unbedingt zur Tafel müsst, nehmt nur nicht eure Kinder mit. Wenn wir uns schon unseren Hintern zum reintreten hinhalten, zeigt es nicht eurem Nachwuchs. Wie es geht, aus einem Menschen einen Knecht zu machen.

 daumen


Das "V" steht für Vrau :-)

Ich lande lieber ab und an in einer Sackgasse, als mein Leben in einer Einbahnstrasse zu verbringen !


Wer eine andere Meinung hat als ich ist nicht automatisch dumm, nicht hinterfragend, steinzeitlich, krank und nicht zur Verleumdung freigegeben
lieselotte
Gast
« Antworten #9 am: Juni 20, 2010, 14:50:30 »

Ich war Tafelgänger, ich möchte nie wieder meinen Gönner die Füsse küssen.
Bertin Mahrsing
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 122


Nur noch x Tage bis zum "Sommerurlaub" ;-)


« Antworten #10 am: Juni 20, 2010, 14:58:31 »

...
Andererseits finde ich es gut, dass diese großen Mengen an Lebensmittel eben nicht entsorgt werden! Überfluss-Gesellschaft hin oder her: das Vernichten von Lebensmitteln ist nun auch nicht in Ordnung!
Im Prinzip richtig. Aber vieles davon würde wohl gar nicht mehr auf dem Müll landen, denn inzwischen gibts ja Firmen, die sammeln Speiseabfälle aus Kantinen, Imbissbuden, etc. um daraus Bio-Sprit zu machen. Und wenn die an das Zeug kämen, was jetzt die Tafeln bekommen, würden die nicht Nein sagen.

Zwergenmama
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 990



« Antworten #11 am: Juni 20, 2010, 17:08:53 »

Ich kann nur wiederholen: Zwerg lernt- Lebensmittel werden im Geschäft ausgesucht und an der Kasse bezahlt; man kann nur kaufen, was man auch bezahlen kann.
Was soll er bei der Tafel "lernen" ? Wenn ich nett bin, gibt die Tante mir die abgelaufene Wurst und Mama darf den 1 € für die Tüte bezahlen? Gegessen wird, was auf den Tisch.. ääh in die Tüte kommt?

NIEMALS!!!
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.11 | SMF © 2006-2009, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS
Seite erstellt in 0.079 Sekunden mit 21 Zugriffen. (Pretty URLs adds 0.009s, 2q)
© Design 2010 - 2020 by Rudi Wühlmaus