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Autor Thema: Bundesagentur für Arbeit: Hartz IV trotz Job  (Gelesen 575 mal)
Rudi Wühlmaus
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« am: Mai 04, 2010, 19:51:47 »

Immer mehr Deutsche verdienen so wenig, dass sie Hilfe vom Staat brauchen. Jeder zehnte Leiharbeiter ist von Niedriglöhnen betroffen, auch für Erzieher ist es hart.
Von FOCUS-Online-Autorin Nadine Nöhmaier

Sie sind meist die Ersten, denen in wirtschaftlich schwieriger Zeit gekündigt wird – und selbst diejenigen, die ihren Job behalten, haben häufig nicht genug Geld zum Leben: Die deutschen Leiharbeiter führen die traurige Statistik derjenigen an, die auf Hartz IV angewiesen sind, obwohl sie Vollzeit beschäftigt sind. 11,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Angestellten der deutschen Leiharbeitsunternehmen reicht ihr Gehalt nicht zum Leben, wie Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) ergeben. Das Bedrohliche an diesen Zahlen ist: Die Quote der sozialversicherungspflichtigen Berufstätigen, die ihr Gehalt mit Hartz IV aufstocken müssen, steigt. DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy bestätigt gegenüber FOCUS Online, dass die „nicht existenzsichernde Arbeit“ zugenommen hat.

Die Kosten für die Lohnsubvention beziffert die BA auf 10,9 Milliarden Euro pro Jahr. Während es im Jahr 2005, kurz nach Einführung der rot-grünen Reformen am Arbeitsmarkt, nur 1,5 Prozent sogenannte „Aufstocker“ gab, waren es im September 2009 2,6 Prozent. Auch in absoluten Zahlen spiegelt sich dieser Trend wider: 2007 waren 1,22 Millionen Hartz-IV-Empfänger erwerbstätig, etwa 100 000 weniger als zwei Jahre später. DGB-Experte Adamy ist überzeugt, dass diese Zahlen noch nicht die gesamte Not zeigen: „Die Zahl derjenigen, die durch Zweit- oder Drittjobs ihre Existenz sichern und somit auf Hartz-IV-Bezüge verzichten, ist gestiegen.“ Das belegt auch eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Insgesamt waren im Jahr 2009 1,325 Millionen Erwerbstätige auf Hartz IV angewiesen.

Lohndumping im Binnenmarkt

Neben den Leiharbeitern sind weitere Branchen betroffen. Besonders hart trifft es auch das Gastgewerbe: 8,4 Prozent der Angestellten reicht der Lohn nicht zum Leben. Auch 4,1 Prozent der Beschäftigten in Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei brauchen eine staatliche Finanzspritze. Überraschend dürfte sein, dass auch Angestellte von Bildungsträgern – Erzieher und Ausbilder etwa – zu 3,9 Prozent auf Unterstützung angewiesen sind. „Auffällig viele Branchen, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen, betreiben Lohndumping“, sagt Adamy. Finden sich keine deutschen Mitarbeiter, die die Dumpinglöhne akzeptieren, würden ihre Firmen etwa Callcenter kurzerhand auslagern.

Auch regionale Unterschiede gibt es: In Ostdeutschland ist das Risiko, dass der Lohn nicht reicht, doppelt so hoch wie im Westen. In Bayern wiederum werden weitgehend existenzsichernde Gehälter gezahlt – nur 1,2 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten stocken hier ihren Lebensunterhalt auf. In Sachsen-Anhalt hingegen benötigen 5,5 Prozent der Arbeitnehmer finanzielle Hilfe.

Ob Hartz IV beantragt werden muss oder nicht, hänge jedoch nicht nur von Lohn und Region ab, sondern auch von den Lebensumständen des Einzelnen, so der DGB-Experte: „Manche Familien etwa tun sich inzwischen schwer, von nur einem Einkommen zu leben“, sagt er.

Positive Entwicklung bei Vollzeitarbeit

Allerdings: In die Statistik flossen sowohl Teil- als auch Vollzeitarbeiter ein – in wie vielen Fällen die Teilzeitarbeit freiwillig gewählt wurde, ist Adamy zufolge fraglich. Der Anteil derjenigen, die trotz Vollzeit weniger als das Existenzminimum verdienen, schrumpfte jedenfalls in den vergangenen drei Jahren. Diese positive Entwicklung führt der Arbeitsmarktexperte auf den Ausbau des Kinderzuschlags und des Wohngelds sowie auf die wachsende Zahl von Mindestlöhnen in einzelnen Branchen zurück.

 
Durch die Einführung von Mindestlöhnen in weiteren Branchen könne ihm zufolge auch vermieden werden, dass der Staat weiterhin milliardenschwere Finanzspritzen an die Aufstocker verteilen muss. „Es kann nicht angehen, dass Bund und Kommunen einzelne Branchen subventioniert, die Dumpinglöhne zahlen“, sagt Adamy. Dass jede zehnte Leiharbeitsstelle staatlich gefördert werden muss, sei nicht weiter tragbar.

Quelle


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Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
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