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Autor Thema: Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt. Wer wir?  (Gelesen 1723 mal)
Adimin
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Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« am: Mai 18, 2010, 00:20:57 »

In einem Interview mit dem Spiegel hat der hessische Ministerpräsident Koch die Worte seiner Chefin aus Berlin wiederholt: Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt!

Nachzulesen ist das Interviev hier : http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,695091,00.html .

Nun werden wir langsam auf Sparmaßnahmen eingestimmt. 50 Milliarden in den nächsten Jahren müssen es wohl werden. Überall wird gespart werden müssen. Weil wir Deutschen über unsere Verhältnisse gelebt haben. Es wird auch nicht mehr gesagt, ob wir sparen werden, nein nur noch das wie ist gefragt.

Nun stellt sich mir aber die Frage, wer denn über seine Verhältnisse gelebt hat.

Ja gut, der Deutsche an sich. Nur hat der Deutsche an sich denn bewußt und gewollt über seine Verhältnisse gelebt? Wurde der Deutsche denn gefragt, ob er über seine Verhältnisse leben wollte? Hmmmm, mich hat keiner gefragt. Und viele Millionen Menschen hat auch keiner gefragt.

Wer lebt denn nun über seine Verhältnisse?

Dröseln wir doch einmal den Deutschen an sich ein wenig auf. Das Deutsche Volk ist ja nicht nur auf ein Leben über den Verhältnissen aus.

Also haben wir da  die Arbeiter und Angestellten. Die immer ihre Arbeit verrichten und den Konzernen, Banken , Arbeitgebern zu ihren Umsätzen verhelfen. Ja, die leben über ihre Verhältnisse, denn sie möchten für gute Arbeit auch gutes Geld bekommen. Sie möchten ihre Familien ernähren können und sich auch mal etwas gönnen. Ja, das ist über die Verhältnisse.

Nein, sagen die Arbeitgeber, das geht ja garnicht. Wir leben über unsere Verhältnisse, wir müssen sparen. Aus diesem Grunde schwebt ja auch die Angst über diesen Menschen. Lohnverzicht, Urlaubsgeldentsagung, usw. nur um den Arbeitsplatz behalten zu können. Und dann am Ende nach einer Schamfrist doch entlassen zu werden. Oder nach Rekordbilanzmeldungen gleich entlassen zu werden, da es ja auch mit noch weniger Personal gehen wird. Siehe Deutsche Bank. Oder in den Fabriken werden oft die eben erst entlassenen Menschen über Zeitarbeitsfirmen zu erheblich niedrigeren Konditionen und schlechter oder keiner sozialen Absicherung durch das Werk wieder eingestellt. Wo leben diese Menschen über ihre Verhältnisse?

Und was ist mit den Millionen Menschen, die trotz aller Bemühungen auf dem immer kleiner werdenden Arbeitsmarkt keinen Arbeitsplatz bekommen haben? Die nach kurzer Zeit in Hartz4 gelandet sind? Die Leben natürlich über ihre Verhältnisse. Die haben erst einmal das meiste ihres Ersparten verbraten müssen,bevor sie in Hartz 4 gelandet sind. Richtig so, kann doch nicht sein, das es noch "kleine" Bürger gibt, die Ersparnisse haben. Das muss in den Kreislauf. Und Hartz4, das ist doch viel zu viel. Die Hartzer leben doch über ihre Verhältnisse.

Und die Behinderten Menschen, chronisch Kranken, Kinder und Jugendliche mit Behinderungen oder Problemen? Teilhabe? Soziale Teilhabe? Wovon träumen die denn. Die sollen doch froh sein, wenn sie satt, sauber trocken sind. Alles andere wäre doch über die Verhältnisse Leben.

Wen gibt es denn noch, der über die Verhältnisse lebt?

Tja, nun haben wir ja schon 4/5 der Bevölkerung genannt, die wohl weniger über ihre Verhältnisse leben. Und wenn auch dafür bezahlen müssen. Mit ihrem eigenen Geld.

Was bleibt uns noch?

Unternehmer, Banker, Millionäre, Politiker, Börsenzocker. Das sind diejenigen , die über die Verhältnisse leben. Die im Namen der Deutschen das Geld rauswerfen. Die überall die Milliarden verzocken. Die mitnehmen was sie kriegen können und den hals nicht vollkriegen. Die in Europ z.B. Milliarden investieren und die Pleitebanken mit etlichen 100 Milliarden künstlich "gestützt" haben.

Aber wie Herr Koch in dem Interview auch sagt: Wir können garnicht anders als die Milliarden nach Europa zu zahlen. Wir haben nämlich kaum noch etwas über unsere eigenen Finanzen und Entscheidungen das sagen. Wir sind mehr in Europa integriert als geplant und gedacht war. Alles eine Gemengelage und eine Verzahnung. Wenn andere Untergehen, dann gehen wir mit. Wir müssen halt so handeln.


Mußten deshalb in Deutschland schon seit 2003 immer mehr das Lohn- und Sozialnieveau gesenkt werden?

Eigentlich wurde früher Europa so erklärt:

Alle Staaten sollen auf einen Stand kommen. Also die ärmeren Staaten sollten auf das Niveau der reicheren Staaten gehoben werden, so das alle Menschen von Europa profitieren sollten. So habe ich es zumindest noch in der Schule gelernt. Das man aber ein starkes und reiches Land wie es Deutschland ja ist, resp. war, im Lohn- und Sozialniveau auf ein Billiglohnland herunterdrückt, das war nicht der Geist Europas.


Und mittlerweile gibt es mehr Menschen, die ob durch Arbeit oder Sozialleistungen am Rande der Armut und des Elends leben als Menschen, die nicht über ihre Verhältnisse leben. Und die auch kaum Chancen haben, über ihre Verhältnisse zu leben. Die einfach nur einfach aber ausreichend leben wollen. Die Teilhaben können.


Aber wenn man die Meldungen so liest und die Politik beobachtet wird einem schon ngst und Bange. Wir können uns schon denken, wo gespart werden wird. Hoffen wir, das wir uns irren. Ansonsten könnte es übel enden. So oder so.
___________________________________________________________________________________________

Man darf über dieses Thema auch gerne im AEiD-Forum diskutieren.
« Letzte Änderung: Mai 18, 2010, 10:04:01 von Adimin »

Dopamin
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« Antworten #1 am: Mai 18, 2010, 10:00:38 »

Ich geh da gar nicht erst ins Forum rein - ich gehe jede Wette über 500 Beiträge in 12 Stunden...

Dopamin

Bei großen Problemen mit der "ARGE des Vertrauens" kann man sich auch an die örtliche Regionaldirektion, oder das Kundereaktionsmangement in Nürnberg wenden.

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Adimin
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Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« Antworten #2 am: Mai 18, 2010, 10:03:15 »

Ich habe einen Fehler gemacht. Der Text ist von mir und ich dachte an unser Forum dabei.
Nicht an das Spiegelforum. dawardochwas

Der Text steht nämlich auf der Portalseite. nomore
« Letzte Änderung: Mai 18, 2010, 10:04:35 von Adimin »

Dopamin
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« Antworten #3 am: Mai 18, 2010, 10:30:32 »

Och Adimin - ich hab nur mal da reingeluschert - mit dem Lesen der mittlerweile 122 Seiten bin ich leider zeitlich überfordert...  dawardochwas

Am Donnerstag bekomme ich vielleicht Besuch und werde wohl das eine oder andere Vorbereiten müssen und solange der Tag nicht 48 Stunden hat, werde ich wohl Prioritäten setzen müssen...

Ansonsten hänge ich der Meinung an: Runter mit Regelsätzen und Löhnen, je mehr umso besser - erst wenn der Deutsche RICHTIG hungert, kommt er in die Gänge...  pfeifen

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lieselotte
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« Antworten #4 am: Mai 18, 2010, 18:39:13 »


Ansonsten hänge ich der Meinung an: Runter mit Regelsätzen und Löhnen, je mehr umso besser - erst wenn der Deutsche RICHTIG hungert, kommt er in die Gänge...  pfeifen

Dopamin

Erhoffst du dir dadurch einen Volksaufstand, oder was soll das bringen?   deenk

Dopamin
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« Antworten #5 am: Mai 19, 2010, 10:32:43 »

Nicht, dass ich das besonders toll finden würde, aber ich schätze, ANDERS wird keine Richtungsänderung bewirkt werden...

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« Antworten #6 am: Mai 19, 2010, 12:24:30 »

Aufstehen werden ganz sicher eine Menge Leute, fragt sich nur wofür sie es tun. Vielleicht, um weiterhin für sich zu sorgen. Damit der große Traum vom ewig währenden Wohlstand für alle nicht ganz zerplatzt. Werden diese Menschen sehr kreativ, aber nicht unbedingt demofreudiger.
Woher soll der Zusammenhalt für ein Ziel auch kommen, wenn wir jahrzehntelang mit unserem eigenen Arsch beschäftigt waren. Und die paar linken Anführer werden die Masse von Egoisten auch nicht mehr mobilisieren können.

Und glaub mal, die Menschen werden noch für ein paar Cent schuften,  nur um irgendeinen Scheiß zu besitzen wie ein schickes Sofa oder der Traum vom eigenen Häuschen und sonstiges Gedöns.
Und die, denen die Sozialleistung noch weiter gekürzt wird, versuchen sich mit Schwarzarbeit,  und Spenden der Wohltäter und sonstigen Gegeiere zu befriedigen. Ein bisschen Gemosere über die Politik und den Nimmersatten, noch ein Schnaps obendrauf, dann passt es schon.

Nur mal die Unterschicht betrachtet.
Dopamin
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« Antworten #7 am: Mai 19, 2010, 12:40:38 »

Klar, wird jeder zusehen irgendwie über die Runden zu kommen, Einrichtungen wie die Tafeln werden noch mehr Zulauf bekommen, deswegen aber nicht zwingend auch mehr verteilen können... Eigentumsdelikte werden zunehmen mit allen daraus resultierenden Konsequenzen...

Wie gesagt, nicht, dass ich mir diese Entwicklung herbeiwünsche, aber ich sehe da irgendwie keinen Alternativweg um Dinge zu ändern...

Die Saat der letzten Jahre/Jahrzehnte ist aufgegangen (Stichwort Sozialschmarotzer) und bald erntereif - es werden wohl einige bald den ALGII-Bezug und alles damit verbundenen Nebenwirkungen kennenlernen, die das vor über einem Jahr noch für unmöglich gehalten haben...

Ob daraus eine Mobilisierung der Massen resultiert, weiss der Geier... Ich kann halt auch nicht in die Zukunft sehen, nur wenns mal wieder von oben heisst "Wir müssen sparen" - wissen doch alle, die die letzen 20 Jahre bewusst mitbekommen haben was das für "den kleinen Mann/die kleine Frau" bedeutet... dawardochwas

Dopamin

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lieselotte
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« Antworten #8 am: Mai 19, 2010, 12:48:11 »

An die Bescheidenheit werden wir uns schon gewöhnen (müssen?). Solange  die Kiste noch läuft!   

nahrr

Naja, wie gesagt. Aufstehen wird noch funktionieren, nur der Zweck wird sicher ein anderer sein als erhofft.

Pete
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« Antworten #9 am: Mai 19, 2010, 13:28:23 »

Ob daraus eine Mobilisierung der Massen resultiert, weiss der Geier...

Kommt.

Geht gar nicht anders. Irgendwann werden sie bluten....

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lieselotte
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« Antworten #10 am: Mai 19, 2010, 13:32:22 »

Warum denn irgendwann? Warum nicht jetzt? Warum nicht schon längst?

Weil die Zukunft und damit die Überwindung noch Theorie ist? Die Praxis macht dann doch zu viel Mühe? Oder ist gerade keine Zeit?
Pete
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« Antworten #11 am: Mai 19, 2010, 13:49:48 »

Nein, uns geht's NOCH zu gut.

750Mrd. ok. Da wird sicherlich noch ein nächstes Mal oder ein übernächstes Mal Geld fließen.

Auch interessant: http://de.wikipedia.org/wiki/Amero

Aus diesem Buch hier: http://www.johannes-holey.de/cms/images/stories/buch/jetzt_reichts__neues_cover_gro.jpg

Laut ihm wird der Euro bald 60:40 aufgerechnet.

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lieselotte
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« Antworten #12 am: Mai 19, 2010, 14:04:39 »

Wiki, ganz unten. Verschwörungestheorie!   pfeifen

Und wer ist dieser Herr Holey? Ziemlich gläubig scheint er zu sein, er steht auch im Goldforum mit seinem Buch. Erzähl mal, was meint er.
Rodentia
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« Antworten #13 am: Mai 19, 2010, 15:40:13 »

Warum noch nicht?
Ganz einfach - gemessen an den Ländern drumrum haben wir noch eins der am besten ausgebautesten Sozialsysteme.
Es geht also auch anders. Ohne zu verhungern wohlgemerkt.
Und wenn das mal das unterste Ziel sein soll .... DANN wird man auf die Straße gehen.
Solange man aber mit viel Jonglieren irgendwie über die Runden kommt, gehts einem noch besser als den Ärmsten in den meisten Ländern um uns rum.

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