Storch HeinarStorch Heinar
Aktive Erwerbslose in Deutschland (AEiD)

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Übersicht Aktuelles Hartz IV Infobank Daily News Impressum Mitglieder Registrieren
News:


Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Pimpfs Nachfrage GdB  (Gelesen 6555 mal)
Pimpf
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 322


Pimpf - Kein Freund des Jobcenters


« am: Juli 05, 2009, 23:02:15 »

Hi Adimin oder jemand der sich damit auskennt:

Habe vorgestern meinen Bescheid über die Grad der Behinderung erhalten und mir werden 30 % zugestanden. Berücksichtigt haben die mein ADHS, depressive Anpassungsstörung und meine Sehbehinderung rechts (jedoch nicht angegeben wie stark die ist, bin so gut wie Blind auf dem Auge und links habe ich auch keine volle Sehkraft mehr).

Ich bin alleinerzeihend von 2 Grundschulkinder (7 u. 10 J) und wohne in einer 65 qm großen Wohnung. Mietzahlung in Höhe von 496,00 Euro incl. NK, anerkannt von der ARGE 555,50 für KdU und Heizung (lt. Bescheid). Den o.g. Bescheid muß ich denen noch in der kommenden Woche noch abgegeben. Der Jüngste hat auch ADHS, eine LRS, Asthma, in logopädischer Behandlung seit dem 3. Lebensjahr und bekam Frühförderung die letzten Kiga-jahre. Für ihn läuft noch beim Versorgungsamt die Feststellung einer Behinderung. Denke das die das offizielle Ergebnis der LRS-Testung jetzt Anfang Juli noch abwarten wollen und dann ihre Entscheidung fällen werden. Diese LRS-Testung ist jetzt erst nach Ende des 1. Schuljahres komplett möglich, vorher wurde nur einige Test gemacht und halt eine LRS-Schwäche festgestellt, aber ohne genau zu sagen wie stark die das Kind beeinträchtigt.

Nun meine Frage:

Steht mir auch eine größere Wohnung zu? So wie im Link auf der 1. Seite angegeben wurde? Bzw. diese höhere KdU? Oder was steht mir aufgrund nur meiner festgestellten Behinderung jetzt beim Amt zu?

Wäre schön wenn mir da jemand Auskunft geben könnte.

lg
Pimpf










Adimin
Team
*****
Offline Offline

Beiträge: 6.626


Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« Antworten #1 am: Juli 06, 2009, 11:13:04 »

Gegen einen Bescheid über einen GdB kann man auch Widerspruch einlegen. Wenn man der Meinung ist, das man zu wenig an GdB bekommen hat. Gerade mit Deinen Augenproblemen sollte meiner Meinung nach mehr dabei herauskommen.
Fakt ist, das Du nun, egal ob Du nun Widerspruch einlegst oder nicht, erst einmal 30 % hast.
Dieses ist eigentlich nüscht . Angeben sollte man dieses bei der Arge aber auf jeden Fall. Hier sollte man auch einen Antrag auf Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten stellen. Gerne wird dort gesagt, das gäbe es nicht. Deshalb die übliche Methode: schriftlich als Antrag.
Diese Gleichstellung muss gewährt werden. Und nicht erst , wenn man eine Arbeitsstelle gefunden hat.
Sondern auch, um eine zu finden.

Ob nun eine größere Wohnung zusteht, das ist eine Auslegungssache. Normalerweise ist dieser Mehrbedarf für Gehbehinderte Menschen gedacht. Also Rollifahrer oder auf Gehstützen angewiesene Personen. Auch, wenn ein Pflegebett gebraucht wird, Beatmungsgeräte oder andere Dinge benötigt werden.
Das ist natürlich nur eine kurze Aufzählung. Die Liste läßt sich sicherlich fortsetzen. Meiner Meinung nach könnte das auch für ADHS -Kinder möglich sein. Höherer Platzbedarf durch höhere Bewegungsdränge. z.B.

Man müßte mehr wissen und dann ein wenig überlegen.

Pimpf
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 322


Pimpf - Kein Freund des Jobcenters


« Antworten #2 am: Juli 06, 2009, 12:15:02 »

Danke Adimin,

also werde ich umgehend schriftlich gegen Eingangsbestätigung diesen Gleichstellungsantrag stellen und die Kopie des GdB-Bescheides beilegen.

Dann Widerspruch gegen den Bescheid beim "Versorgungsamt" einlegen und umgehend einen Termin beim Augenarzt deswegen machen. Er soll
mir dann schriftlich bescheinigen wiewiel %-Sehkraft ich auf den jeweiligen Auge habe. Auch mal für meine Unterlagen. Wenn die Behörde ein Gutachten will
sollen die es dort selbst in Auftrag geben. Meine Sehprobleme habe ich seit meinem 6. Lebensmonat durch eine nicht behandelte (bzw. zu spät behandelte)
Hirnhautentzündung. Davon habe ich Folgeschäden behalten (Sehkraftverlust) und war knapp ein halbes Jahr taub, was aber gott sei dank wieder gut funktioniert.
War sehr oft in der Augenklinik, hatte viele Augen-OP´s als Kind (u.a. auch auf der hiesigen Uniklinik). Daher war ich über diese 30 % sehr erstaunt. Auch habe ich hinter beiden Kniescheiben so gut wie kein Gelenkknorpel mehr, lt. Orthopäde eine bereits fortgeschrittene Knie-Arthrose. Leider nichts schriftliches davon. Wäre vielleicht sinnvoll nochmals
einen Orthopäden aufzusuchen und evtl. mir dies auch schriftlich von dem geben zu lassen. Den einzigen Rat wo der mir vor zwei oder drei Jahren gegeben hatte, war das ich
umgehend abnehmen sollte, am besten noch in einer dafür ausgebildeten Kur unter ärztlicher Aufsicht. Kur wurde trotz Klage vorm Sozialgericht nach zwei Jahren dann abgelehnt.

Ich denke schon das man für ein ADHS-Kind einen Mehrbedarf an Wohnraum bekommen könnte. Aber damit warte ich bis ich den Bescheid vom Versorgungsamt für
ihn habe. Lt. dem Forum "ADHS-Anderswelt" bzw. den "Rehakids" können sogar bis zu 100 % bei solchen Kinder rauskommen, aber mind. 50 % müßten bei der Problematik
von meinem schon drin sein. Neben dem ADHS kommt ja noch die Begleitproblematik LRS, evtl. auch noch Rechenschwäche, und sein Asthma hinzu. Und der Kleine hat auch einen sehr großen Bewegungsdrang. Das steht sogar in seiner Beurteilung von der Grundschule. Aufgrund seiner ADHS, bzw. LRS-Problematik muß er jetzt sogar das 1. Schuljahr
wiederholen. Manchmal weiß ich einfach nicht mehr weiter bei unseren dauernden Problemen. Rehaanträge sind gestellt. Hoffe das die durch gehen und ich vielleicht mal für kurze Zeit die Gelegenheit bekomme durchzuatmen. Entweder macht die ARGE Stress oder die Schule des Kleinen. Na ja, das ist auch das Los von vielen Alleinerziehenden sich mit allem alleine rumschlagen zu müssen, vor allem wenn die Väter keinen Kontakt wünschen und kaum bis gar kein Unterhalt zahlen. Trauig sowas, aber wahr.


Danke nochmals für Deine schnelle Antwort.

lg
Pimpf
Barney
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 13.571



« Antworten #3 am: Juli 06, 2009, 12:21:22 »

Solche Väter machen wütend!


Gruß Barney

Unsere Forderung:  Mindestlohn, Grundsicherung, Arbeitszeitverkürzung

Informieren Sie sich bitte selbst zu den hier behandelten Themen. Meine Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider.
Adimin
Team
*****
Offline Offline

Beiträge: 6.626


Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« Antworten #4 am: Juli 06, 2009, 15:32:52 »

Richtig meine Liebe, genauso wird es gemacht werden müssen.
Und bei einem Antrag auf SB-Ausweis muss man immer alle Beschwerden angeben. Und auch so schildern, wie es ist. Nicht nach dem Motto, ach, es wird schon gehen.

Ein Gesamt GdB setzt sich aus den verschiedenen Krankheiten zusammen.
Da müssen alle Beschwerden und Behinderungen angegeben werden.
Behinderungen sind auch die Probleme, die man durch eine Krankheit hat.

Es steht Dir also noch viel bevor, aber wir helfen Dir gerne dabei. thumppup

Tanja Gwiasda
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 527



WWW
« Antworten #5 am: Juli 06, 2009, 16:18:36 »


Das ist natürlich nur eine kurze Aufzählung. Die Liste läßt sich sicherlich fortsetzen. Meiner Meinung nach könnte das auch für ADHS -Kinder möglich sein. Höherer Platzbedarf durch höhere Bewegungsdränge. z.B.
ADHS´ler brauchen nicht nur mehr Platz wegen viel höheren Bewegungsdrang(und eben auch zappeln), wenn mehrere ADHS´ler in einer Wohnung leben, brauchen die auch alle die Möglichkeit eines Rückzuges.
Wie problematisch es mit beengten Wohnverhältnissen ist, merke ich ja schon selber als ADHS´lerin + 2 ADHS-Kids.....

ARGE-Dreisatz: Warum? Wo steht das? Geben Sie mir das schriftlich?     

MPD-Netzwerk, das Netzwerk für myeloproliferativen Erkrankungen
Link auf Weltkugel folgen.
Pimpf
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 322


Pimpf - Kein Freund des Jobcenters


« Antworten #6 am: Juli 06, 2009, 16:46:37 »

@Barney:

das stimmt. Beide sind arbeitslos und einer davon hat noch eine Familie mit einem, durch Unfall, behinderten Kind. Die anderen sind volljährig und ausser Haus. Dem steht das Wasser bis zum Hals. Ist aber keine Entschuldigung oder "In-Schutznahme". Er will irgendwann einen Kontakt aufbauen, nur im Moment möchte er das nicht.

Unterhaltzahlungen laufen,wenn überhaupt was kommt oder gepfändet wird, direkt über den Beistandschaft des JA und die leiten nach Einwilligung von mir sämtliche Zahlungen direkt an die ARGE weiter. Finde ich so für mich am besten, jedenfalls besser als bei Zahlungseingänge jedesmal der ARGE dies mitzuteilen und die Leistungen neu berechnen zu lassen.

@Adimin:

werde ich gerne tun wenn ich weiterhin irgendwelche Fragen dazu habe. Ist ja alles komplettes Neuland für mich.


@dragonfolyer:

da kann ich dir nur zustimmen. Bin froh wenn der Kleine im Bett liegt und ich mich entspannen kann beim Fernsehn oder beim Lesen, falls ich nicht darüber vor lauter Müdigkeit zur zeit einschlafe.

lg
Pimpf
hajoma
Gast
« Antworten #7 am: Juni 16, 2010, 22:55:09 »

Nun, im Gegensatz der landläufigen Meinung sollte bei einem Antrag keine direkten Krankheiten benannt werden. So gehört eine Diagnose des Arztes nicht in den Antrag.
Ein Beispiel: Wenn es Probleme mit den Bandscheiben gibt, wird Rückenprobleme eingetragen. Bei einem Augenleiden nur Sehschwäche eintragen.
Aber niemals genaus Diagnosen.
Wichtig ist mehr, alle, aber wirklich alle Ärzte benennen, bei denen man in Behandlung ist. Das Versorgungsamt wird sich dann die Befunde bei den einzelnen Ärzten holen.
Sollte man mit dem Bescheid dann nicht zufrieden sein, muß unbedingt Widerspruch eingelegt werden. Erfahrungsgemäß versuchen die Versorgungsämer es immer, abzulehnen oder nur einen kleinen GdB zu gewähren.
Wenn dann ein Widerspruch, eventuell von einem Anwalt oder einer Vereinigung wie dem VdK, kommt meist eine Erhöhung. Denn oft verliert das Versorgungsamd dann einen Prozess vor dem SG.

Noch nebenbei bemerkt. Bei einen Schriftwechel, egal mit wem, niemald die Behinderung in Prozent (%) angeben, denn es gibt keine 30% GdB, sondern nur GdB von 30.
Adimin
Team
*****
Offline Offline

Beiträge: 6.626


Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« Antworten #8 am: Juni 16, 2010, 23:04:31 »

richtig, die Diagnosen geören nicht in den Antrag. Trotzdem kann man ruhig die Beschwerden angeben.

Und sicher gibt es nur einen GdB von...
Eingebürgert hat sich aber in den Köpfen der Bevölkerung die % Angabe.
Und man ist als einfacher Mensch ja nun kein Fachmann. Deshalb schadet es auch nicht unbedingt.

Aber im Prinzip hast Du Recht. zwinker

hajoma
Gast
« Antworten #9 am: Juni 17, 2010, 09:01:34 »

richtig, die Diagnosen geören nicht in den Antrag. Trotzdem kann man ruhig die Beschwerden angeben.

Und sicher gibt es nur einen GdB von...
Eingebürgert hat sich aber in den Köpfen der Bevölkerung die % Angabe.
Und man ist als einfacher Mensch ja nun kein Fachmann. Deshalb schadet es auch nicht unbedingt.

Aber im Prinzip hast Du Recht. zwinker
Genau dieses meine ich. Der Antragsteller ist nur ein Laie.
Darum sollte keinesfalls versucht werden, irgend ein Halbwissen über eine Krankheit in den Antrag zu schreiben.
Das kann schnell zum Bumerang werden.
Ich habe vor langer Zeit auch (gefühlsmäßig vor dem Krieg   zwinker ) einfach nur die Beschwerden, die ich hatte eingetragen.
Ich habe im Bescheid 7 Punkte stehen, auf dessen ich dann meinen Schwerbehindertenausweis bekam.
Was heute aber leider oft geschied, daß jemand mit einem Ausweis große Probleme auf dem Arbeitsmarkt hat. Obwohl mir mein Ausweis auch schon manch guten Dienst geleistet hat.
Gerade bei Maßnahmen bzw. 1-€-Jobs  ist es sehr hilfreich, um das erfolgreich abzuwehren.
Also, ich könnte da aus eigener Erfahren eine Geschichte erzählen, die dem Faß den Boden ausschlägt.
Aber das mache ich nicht hier öffentlich, denn der geneigte User soll sich doch eigene Gedanken machen. pfeifen
Tom_
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 1.901



« Antworten #10 am: Juni 27, 2014, 11:44:51 »

Eine Anmerkung im Zusammenhang mit meinem Sozialgerichtsgutachten wegen höherem GdB.

Der Gutachter kam zu dem Schluß, dass man die Wechselwirkungen der Erkrankungen berücksichtigen müsse. So würde sich dann ein höherer GdB ergeben, als wenn man die Erkrankungen nur einzeln betrachtet. Ergebnis: GdB von 50 auf 70 angehoben und das Rückwirkend zum Mai 2012.
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.11 | SMF © 2006-2009, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS
Seite erstellt in 0.071 Sekunden mit 21 Zugriffen. (Pretty URLs adds 0.009s, 2q)
© Design 2010 - 2017 by Rudi Wühlmaus