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Autor Thema: Schwerbehinderter wegen angeblichem Körpergeruch bei Stadt gemobbt  (Gelesen 4015 mal)
Tom_
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« am: März 28, 2011, 14:38:20 »

Wieder einmal ein Schwank aus der Stadt der Menschenrechte, Nürnberg.

Vor einigen Wochen trat ein Freund von mir mit einem sehr speziellen Problem an mich heran. Beginnen wir kurz mit der nötigen Vorgeschichte:

Besagter Freund erkrankte 2006 an MS und kann seine bisherige Arbeit bei der Stadt nicht mehr ausüben. Er ist ungekündigt und war von der Stadt für eine Umschulung zum technischen Zeichner und 3D Konstrukteur freigestellt. Diese hat er erfolgreich mit IHK Zeugnis abgeschlossen.

Die Stadt führte nun mit ihm eine Arbeitserprobung im Rahmen seiner neuerworbenen Kenntnisse durch. Die Vorgesetzten zeigten sich sehr zufrieden, vor allem auch, weil das nötige Zusatzwissen sich schnell aneignen konnte. Nach einigen Wochen wurde er nun mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sich Mitarbeiter beschwert hätten, dass er einen unangenehmen Körpergeruch habe. Daher wollten sie nicht länger mit ihm arbeiten.

Er solle das Problem in Ordnung bringen, dann könne er bleiben. Das Problem war aber nun, dass er in Wirklichkeit keinen Körpergeruch hat, wie Freunde, Bekannte, seine Ärzte etc. bestätigen. Also konnte er auch nichts ändern.Wo nichts ist... Die Stadt "entfernte" ihn darauf hin von der Stelle mit eben der Begründung, dass durch seinen "Körpergeruch" er für die Tätigkeit nicht geeignet sei.

Ich schickte ihn zur Hautklinik des Klinikums Nürnberg. Dort stellte man fest, dass keine Körpergerüche vorhanden seien und die Haut sei gut gepflegt.

Nach dem die Stadt dies nun nicht mehr als Argument vorbringen kann, behauptet man stattdessen, der Geruch käme halt nicht von ihm, sondern von seiner Kleidung. In seiner Wohnung sei wohl Schimmel und er solle umziehen, um den Geruch loszuwerden.

Ich war oft in der Wohnung und da ist kein Geruch. Und auch wenn er bei mir zu Besuch ist kann ich keine Gerüch bemerken, die er mit sich herumtragen würde.

Außerdem ist es ein Märchen, dass Schimmel wahrnehmbar riecht. Das tut er nämlich nicht. Was man bei wirklich feuchten Wänden riecht, dass sind Bakterien, die aber bei nur sehr leicht feuchten Wänden an den Schimmel wächst noch nicht gedeihen können. Nicht umsonst benutzen viele Sachverständige Schimmelspürhunde, da Menschen den leichten Schimmelgeruch nicht wahrnehmen. Und wieso riechen komischerweise nur Kollegen den Geruch, die nur selten das Zimmer in dem er arbeitete betraten, aber der direkte Zimmermitnutzer merkte nie etwas und auch niemand während seiner Weiterbildung?

Nun kam die Stadt noch auf eine Möglichkeit Geld zu sparen. Er ist nicht gekündigt, mußte sich aber bei der Arbeitsagentur arbeitsuchend melden und bezieht von dort Leistungen, obwohl eigentlich sein Arbeitgeber weiter zahlen müßte.

Inzwischen ist uns ein vergleichbarer zweiter Fall in Nürnberg bekannt geworden. Es hat den Anschein, dass man Schwerbehinderte dazu bewegen möchte freiwillig zu kündigen, weil das Integrationsamt der Kündigung durch die Stadt nicht zustimmen würde.

Nürnberg ist eine seltsame Stadt. (Anwalt ist übrigens eingeschaltet, die Vorarbeiten habe ich als Bevollmächtiger abgewickelt)
Tom_
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« Antworten #1 am: April 08, 2011, 00:13:18 »

Das Thema geht weiter. Es ist inzwischend der Beweis erbracht worden, dass es in Wirklichkeit keine Gerüche gibt. Nun fordert ihn die Stadt auf umzuziehen oder ihm würde gekündigt werden. Restlos durchgeknallt die Nürnberger Stadtverwaltung, aber das hat sich ja schon in anderen Zusammenhängen desöfteren gezeigt.

Nun wird es eine Anzeige wegen Verleumdung/üblicher Nachrede gegen Unbekannt geben, denn die Stadt rückt natürlich nicht mit den Namen der Kollegen heraus, die sich angeblich beschwert hatten. Durch die Ermittlungen werden die Namen dann über die Ermittlungsakte bekannt. Es ist wichtig seine Gegner zu kennen.

Tom_
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« Antworten #2 am: Juli 02, 2011, 17:30:28 »

Thema noch immer aktuell. Es liegen inzwischen deutliche Beweise vor, dass es sich um Mobbing handelt. Die Stadt will dennoch nicht einlenken. Das Gerichtsverfahren vor dem Arbeitsgericht steht bevor.

Vor einigen Wochen hat die Stadt Nürnberg bereits ein anderes Verfahren wegen Mobbing eines schwerbehinderten Angestellten der Stadt verloren. Man lernt aber nicht daraus.
Tom_
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« Antworten #3 am: August 31, 2011, 10:27:39 »

Fall läuft noch.
Tom_
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« Antworten #4 am: Februar 03, 2012, 09:17:44 »

Noch immer nicht abgeschlossen. Anwalt wird gewechselt, da der bisherige trotz Absprache im Oktober bisher keine Klage eingereicht hat.
Pauli
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« Antworten #5 am: November 29, 2012, 09:55:29 »

Hallo Tom, dass ist ja eine Schweinerei. Da sieht man wie unsere Gesellschaft eingestellt ist, besonders noch dazu wenn er bei einem öffentlichen Träger gearbeitet hat und die sich so verhalten. Wünsch Euch alles erdenklich Gute und viel Kraft.
Pauli
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« Antworten #6 am: November 29, 2012, 15:51:41 »

Das ist wirklich eine unglaubliche Geschichte! Besonders unverständlich das eine städtische Verwaltung solche kuriosen Geschichten veranstaltet. Ich drücke euch jedoch die Daumen das ihr vorran kommt und so wie du die Sache beschrieben hast ist die Sache ja recht viel versprechend. Also nicht entmutigen lassen!

Tom_
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« Antworten #7 am: Januar 23, 2013, 00:19:28 »

Betroffener ist leider inzwischen so schwer krank und nahe des Todes, dass er das Ende des Rechtsstreits nicht mehr erleben wird. Zu MS kam Magenkrebs hinzu.

Einmal mehr zeigt sich, dass Behörden Probleme gerne so lange hinauszögern, bis sie sich auf "natürliche" Weise lösen.
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